Solymár Imre Városi Könyvtár Solymár Imre Városi Könyvtár
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Über uns

Wer weiss mehr? (2010) Dr. Szenyéri Zoltán (Ansiedlung – Vertreibung – Fortbestehen) Buchfest zum 10. Mal György Steib: Zománcgyári Centenárium - Buchpräsentation Wer weiss mehr? (2009) Péter László: Otthontalan évek - Heimatlose Jahre - Buchpräsentation Fachwerk Völgység Buchfestival - 2009 Buchpräsentation: „Hazatértek“ Die Landschaft schläft ein Erste Anthologie junger Dichter des Talbodens Wer weiß mehr - zum zweiten Mal in Deutsch Deutschsprachiger Wettbewerb in der Bibliothek (Ki mit tud, 2007) Völgység Buchfestival - 2007 „Bibliothek des Jahres“ (2005)


Wer weiss mehr? (2010)

Gleich nachdem wir die dreiwöchige Projektarbeit abgeschlossen hatten, erwartete uns eine neue, interessante Aufgabe. Die Solymár Imre Städtische Bibliothek organisierte zusammen mit der Deutschen Selbstverwaltung Bonnhard für den 16. November einen deutschsprachigen Wettbewerb unter dem Motto „Wer weiß mehr?“, an dem die Grundschulkinder der Unterstufe teilnehmen konnten.

Die Klasse 3b der Vörösmarty Grundschule meldete sich auch für diesen Wettbewerb an und bereitete sich mit einem kurzen, lustigen Stück mit dem Titel „Die Geschichte von der eitlen Liese“ darauf vor. Neun Schüler bekamen darin eine Rolle, und die ganze Klasse unterstützte sie beim Einstudieren. Die Schüler lernten begeistert ihre Rollen. Die Eltern, die sich lebhaft für die Ereignisse in der Schule interessieren und immer sehr hilfsbereit sind, bastelten und besorgten die Kostüme und alles nötige Zubehör.

Am Tag des Wettbewerbs ging dann die ganze Klasse in die Bibliothek. Alle waren voller Erwartung und ein bisschen aufgeregt. Die Aufführung gelang meiner Meinung nach gut. Groß war die Freude, als die Jury das Ergebnis des Wettbewerbs bekannt gab. Unsere Klasse belegte den ersten Platz und errang somit den ersten Preis unter den teilnehmenden Gruppen.

Unsere Schule kann noch auf einen dritten Platz der zweiten Klassen stolz sein, und ein Schüler der Klasse 3c, Barnabás Bíró, belegte im Einzelwettbewerb mit dem Vortragen eines Gedichtes den zweiten Platz. Die Lehrerinnen Andrea Kovács, Edit Vendég und Ágnes Till bereiteten die Schüler auf diesen Wettbewerb vor.

Wir möchten uns an dieser Stelle für die Preise bedanken und allen Teilnehmern gratulieren, denn wir wissen, dass die Vorbereitungen viel Mühe kosten. Wir wünschen allen Schülern und Lehrern auch für die Zukunft viel Erfolg!
Anett Rónai

Preise und Teilnehmer
In diesem Jahr wurden insgesamt 9 Produktionen zum Wettbewerb der Städtischen Bibliothek Imre Solymár angemeldet, vorgetragen von 5 Schülern und 4 Gruppen. Sie kamen aus allen drei Grundschulen der Stadt.
Jurymitglieder waren in diesem Jahr Ferenc Kovács (Gymnasium) von Seiten der Bonnharder Deutschen Selbstverwaltung, Edina Heidecker, Deutschlehrerin am Evangelischen Gymnasium Sándor Petőfi sowie Zsuzsanna Gergely in Vertretung der Bibliothek. Auch diesmal hatte es die Jury überhaupt nicht leicht, denn die Teilnehmer waren alle sehr gut vorbereitet. Folgende Ergebnisse konnten schließlich bekannt gegeben werden:

Einzelteilnehmer:

  1. Ákos Ábrahám, 3e Gesamtschule Arany János (Der Zottelzaun)
  2. Barnabás Bíró, 3c Klasse, Vörösmarty Grundschule
  3. Péter Hajas, 3d, Gesamtschule Arany János

Gruppen:

  1. Klasse 3b, Vörösmarty Grundschule
  2. Jahrgang 2 der Széchenyi Grundschule
  3. Jahrgang 2 der Vörösmarty Grundschule

Und nun noch kurz zu den Preisen. Alle Teilnehmer bekamen eine Tafel Schokolade. Die Besten erhielten dazu noch Bücherschecks und je eine Urkunde.

Preise:
Einzelteimer: Gutscheine im Wert von 3000, 2500 und 2000 Ft.
Gruppen: Gutscheine im Wert von 5500, 4500 und 3500 Ft.

Erika Schnell-Nagy

Dr. Szenyéri Zoltán (Ansiedlung – Vertreibung – Fortbestehen)

Ansiedlung – Vertreibung – Fortbestehen (Kapitel aus dem Leben der Ungarndeutschen in Südungarn 1700-2007) lautet der Titel des Buches von Dr. Zoltán Szenyéri über die Ungarndeutschen in den Komitaten Tolnau, Branau und der Schomodei.
Der Direktor des Gymnasiums in Dombowar studierte Geographie und Geschichte und beschäftigt sich seit 1997 mit wissenschaftlichen Forschungen bezüglich der Ungarndeutschen, obwohl er keine deutschen Wurzeln hat.
Sein Buch umfasst alle wichtigen Ereignisse der Ungarndeutschen in deren 300-jährigen Geschichte. Es ist eigentlich die dritte Ausgabe seines Buches, jedoch mit den jüngsten Forschungsergebnissen erweitert. In der Städtischen Bibliothek Imre Solymár präsentierte der Autor sein Buch vor einem sehr interessierten Publikum. Seine Forschungen illustrierte Dr. Szenyéri mit zahlreichen Landkarten, Graphiken und Tabellen. Mit Hilfe dieser stellte er dar, wie sich die Zahl der Ungarndeutschen von der Ansiedlung bis zur Vertreibung gestaltete. Und er stellt auch die Frage, ob und wenn ja, wie wohl diese Minderheit fortbestehen wird. Betont beschäftigt er sich mit den tragischen Jahren der Nachkriegszeit, mit Malenkij Robot und der zwangsmäßigen Völkerwanderung. Aber auch die Schwierigkeiten der Forschung dieses Themas verschwieg er nicht. Im letzten Teil des Buches wird der Akzent auf die Geschichte der Ungarndeutschen in Südtransdanubien in den letzten 60 Jahren gesetzt.
Der Band sei nicht nur für Wissenschaftler gedacht, er sei in einer für alle verständlichen Sprache verfasst. Und das zweisprachig, ungarisch und deutsch.

lohn

Buchfest zum 10. Mal

Sein 10-jähriges Bestehen feierte im Juni das Bonnharder Buchfest. Wie immer, erwartete man die Besucher auch diesmal mit einem abwechslungsreichen Programm. Über Schriftsteller-Leser-Treffen hinaus wurde auch jetzt wieder eine Ausstellung veranstaltet, außerdem präsentierten mehrere Verlage ihre Neuerscheinungen. Im Angebot waren natürlich auch diesmal Bücher über unsere engere Heimat. Mit großem Interesse erwarteten viele den Band mit alten Ansichtskarten, bzw. Fotos über bzw. von der Stadt und ihren Einwohnern. Auch auf die Rezeptsammlung Kommt essen! Gyertek enni! waren viele neugierig. Besonders viele waren beim anschließenden „praktischen Teil“ der Buchpräsentation, nämlich bei der Kostprobe, mit dabei. Dank ungarndeutscher Hausfrauen, die auch bei der Sammlung der Rezepte mit Rat und Tat mithalfen, kochten für dieses Ereignis ihre Lieblingsgerichte. Leider war die Rezeptsammlung im Nu vergriffen. Zu dem Ereignis waren, nun schon zum zweiten Mal, auch Gäste aus der Partnerstadt Wernau eingeladen. Petra Behr, Leiterin der Bücherei in Wernau, und Bettina Miesgang, Graphikerin der gemeinsamen Rezeptsammlung (Wernau-Bonnhard), wohnten dem Buchfest bei.

György Steib: Zománcgyári Centenárium - Buchpräsentation

György Steib: Zománcgyári Centenárium - Buchpräsentation
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Emailfabrik erschien das Heft „Emailfabrik Zentenarium 1909-2009“ aus der Feder von György Steib. Der Autor arbeitete zwischen 1958 und 1997, also 39 Jahre, in der Fabrik. So kannte er als junger Mitarbeiter noch einige, die sogar bei der Gründung mit dabei waren. Ein riesiger Vorteil bei einem Unterfangen, wie die Bearbeitung der Geschichte einer Fabrik.
Der Autor beschreibt in seinem Büchlein auch Industrie und Handel von Bonnhard vor der Gründung der Fabrik (allgemein nur als Emailfabrik bekannt). So kann der Leser auch die Umstände besser verstehen, die eigentlich zur Gründung der Fabrik führten. Es wird nicht nur die Geschichte der Fabrik beschrieben, sondern man lernt auch die Gründer etwas näher kennen, bekommt einen Einblick in die Verwaltung des Betriebes im Laufe der vergangenen 100 Jahre. Mit Fotos und Kopien von Originaldokumenten reicht illustriert ist das Büchlein keinesfalls trockene Industriegeschichte. Es gibt auch etliche Photos über Produkte, die in der Emailfabrik hergestellt wurden: wunderschöne emaillierte Werbeschilder aus den 20-er Jahren, Geschirr aus den 60-ern, aber auch das moderne Geschirr mit Teflonbeschichtung aus den 80er Jahren ist vertreten, um wirklich nur einen Bruchteil zu erwähnen. Beim Blättern des Büchleins werden sicherlich viele auch bekannte Gesichter, vielleicht sogar Verwandte, oder Freunde erkennen.
Das Büchlein, 60 Seiten stark, ist in der Reihe Völgységi Füzetek (Völygség-Hefte) in ungarischer Sprache erschienen.

Wer weiss mehr? (2009)

Unser großes Projekt, die Nationalitätenwoche war zu Ende. Es hieß, zurück zu unseren Büchern! Noch ganz viele neue Buchstaben haben die Kinder der Klassen 2/B und 2/C der Vörösmarty Grundschule zu lernen, sagen sich die Lehrerinnen.

Aber dann bekommen wir die Nachricht, in einer Woche gibt es einen Wettbewerb in der Bibliothek. Wollen wir da mitmachen? Natürlich sind wir dabei! Aber was sollen wir da vortragen?, fragen sich Lehrerinnen und Kinder. Wir haben nur noch eine Woche Zeit. Dann gehen wir mal davon aus, was wir bisher gelernt haben.

Die Klasse 2/C sucht sich das Thema „Die Jahresuhr“ aus. Wir in der Klasse B suchen Gedichte und kleine Reime zum Thema „Der Herbst und seine Tiere“.

Das wäre so aber noch recht langweilig, deshalb basteln und malen wir fünf Tage lang Kostüme und Dekorationen zu unserem Programm. Endlich ist der große Tag da. In der Bibliothek versammeln sich mehrere Klassen der Grundschulen Arany, Széchenyi und Vörösmarty und auch eine Gruppe aus Kakasd ist dabei.

Die Jurymitglieder waren Ilona Köhler Koch, Valéria Zirkelbach und Nóra Paplauer.

Die Kinder haben „alte“ Bekannte aus dem Kindergarten getroffen, wir haben uns prächtig amüsiert.

„Alle Vorträge waren von hohem Nivea“, sagte am Ende die Jury.

Das Ergebnis:
1. Platz Klasse 2/B, Vörösmarty Grundschule
2. Platz Klasse 2/C, Vörösmarty Grundschule
3. Platz Klasse 3/F, Széchenyi Grundschule

Die 3. Klasse der Vörösmarty Grundschule bekam einen Sonderpreis.

Wir haben uns während der Proben und auch in der Bibliothek prima amüsiert, aber wir haben dabei auch ganz schön viel gelernt. Ich kann nur sagen, es hat sich gelohnt.

Kornélia Reiser

Péter László: Otthontalan évek - Heimatlose Jahre - Buchpräsentation

Dieses Werk des Autors, wohnhaft in Bonyhád/Bonnhard, kann gattungsmäßig nur schwer eingestuft werden. Wenn er über die Tolnauer Landschaft, über die Bindung zum Vaterland schreibt, sind seine Sätze fast wie ein Gedicht. Wenn er die Ereignisse der Zwangsemigration schildert, kann man eine Analyse lesen, die nach pragmatischen, tiefgreifenden Zusammenhängen forscht.

Durch diese Doppelbödigkeit bekommt der Leser einen Einblick in das Schicksal der Juden, Schwaben-Ungarndeutschen, der Szekler, der Magyaren aus dem historischen Oberungarn sowie anderer Volksgruppen nach dem Zweiten Weltkrieg. Dieses Buch ist die erste umfassende Bearbeitung, die sich mit dem Hintergrund jener Ereignisse beschäftigt, die das gegenwärtige ethnische Antlitz unseres Komitates prägten. Die Ansiedlung der einzelnen Volksgruppen in den verschiedenen Gemeinden wird anhand von Archivmaterial mit ausführlicher Genauigkeit geschildert und in Tabellen gefasst.

In die ungarischen und internationalen Ereignisse jener Zeit gebettet werden die Widersprüche des Minderheitendaseins in Mitteleuropa sowie die durch Gesetze gerechtfertigten gesetzwidrigen Aktionen der nationalen Regierungen abgeleitet. Hinter die Maske der kollektiven Schuld versteckt kommt zügelloses Schwelgen nationalistischer Leidenschaften zum Vorschein. Überzeugend stellt der Autor unter Beweis, dass im gesamten Karpatenbecken nicht nur gegen die Kriegsverbrecher, sondern auch gegen ganze Volksgruppen Hetzjagden geführt worden sind. Die Triebfeder der Ereignisse verbarg sich in der Möglichkeit, die Volksgruppen offen zu plündern.

Der Akzent im Buch „Otthontalan évek“ (erschienen 2007) liegt auf dem Ungarndeutschtum im Komitat Tolna. Konfiskation (Vermögensenteignung), Internierung, Vermögenseinschränkung, Zusammensiedlung, Verschleppung zum „Malenkij Robot“, Vertreibung, von denen rund 12.000 Familien betroffen waren, hinterließen nie heilende Wunden. Die Forschung erstreckte sich auf sämtliche, auch von Ungarndeutschen bewohnte Siedlungen des Komitates. Man bekommt einen Einblick in Dokumente, welche die Familien streng bewahren, und bekommt vergilbte Fotos zu sehen, die die Massengräber von Ehemännern, Kindern und Geschwistern verewigen, die in fernen Ländern gefallen sind. Man kann aber auch einen Blick in Briefe werfen, welche die nach Deutschland Ausgesiedelten in ihre Heimat geschrieben haben, und in denen sie auch die Lage im damaligen Deutschland schilderten.

Sie schrieben auch über Anpassungsschwierigkeiten, Heimweh und über ihre Unschuld.

Die deutsche Volksgruppe, die Jahrhunderte lang im Komitat Tolna gelebt hatte, hinterließ ihre Spuren sowohl in den Siedlungen, als auch auf der Landschaft. Deshalb scheint es eine gute Idee zu sein, die lange Namensliste sowie die Familienstruktur und (wo es bekannt war) den Ansiedlungsort in Deutschland der ca. 9.000 Familien ins Buch aufzunehmen, die vertrieben worden sind. Alle, die noch nach ihrer Identität, nach ihren Wurzeln suchen, oder die Nachkommen, die im Buch blättern, können mit etlichen Überraschungen rechnen. Bei der Präzisierung der unzähligen Daten unterstützten den Autor über die deutschen Selbstverwaltungen hinaus auch viele andere mit Rat und Tat, und zwar nicht nur aus dem Komitat, sondern auch von außerhalb der Landesgrenze.

2009 erschien das Buch auch in deutscher Sprache unter dem Titel Heimatlose Jahre; Zwangsmigration im Komitat Tolna, 1944-1948. Übersetzt wurde es von Eva Köhler.

Auf dem Titelblatt ist das Aussiedlungsdenkmal in Mözs/Mösch (von László Juhos), auf der Rückseite die Statue Mutterschmerz in Bonyhád/Bonnhard (von János Ruppert) zu sehen.
Die deutschsprachige Übersetzung entstand unter Mitarbeit der deutschen Selbstverwaltungen von mehreren Gemeinden.

Fachwerk

Fachwerk
A Schwäbische Türkei területén - unter diesem Titel erschien Mitte Juni ein einmaliges Buch, bei dem man auf den ersten Blick sicherlich ein deutschsprachiges Werk erwarten würde. Dass es nicht so ist, mindert jedoch seine Bedeutung nicht, handelt es sich doch um eine Arbeit, die eine Lücke füllt. Autorin Anna Antal-Dobosy bearbeitet darin die Volksarchitektur der Ungarndeutschen in Transdanubien von der Ansiedlung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Bei der Buchpräsentation wurde betont, dass der Großteil dieser Häuser heute in Privatbesitz ist, etliche habe man ganz fachgemäß rekonstruiert, doch viele würden sich in einem sehr schlechten Zustand befinden. Die Fachleute freuen sich aber, dass von diesem architektonischen Schatz doch so viel übrig geblieben ist.

Auf die Frage, wie sie mit dieser Arbeit begonnen hat, antwortete die Bauingenieurin, die heute beim Amt für Denkmalpflege arbeitet: „Meine Tätigkeit beim Denkmalschutzamt begann ich vor 20 Jahren in den Komitaten Tolna und Baranya. Dabei unterstützte mich der Chefarchitekt der Branau, wo er nur konnte. Schon damals war ich der Meinung, dass diese Gebäude unwürdig wenig erwähnt werden.“

Diese Forschungsarbeit könne man nicht so leicht aufgeben, es treffen immer noch neue Informationen ein.

Die Autorin will ihre Forschungstätigkeit fortsetzen und wäre für weitere Hinweise, wo sich noch solche Fachwerkhäuser, Scheunen, Presshäuser und sonstige Gebäude befinden, sehr dankbar.

Völgység Buchfestival - 2009

Zum 9. mal wurde Mitte Juni das Buchfestival in Bonnhard veranstaltet. Traditionsgemäß ist jedes Jahr auch etwas Ungarndeutsches mit dabei, doch in diesem Jahr war das das Schwerpunkthema. Schon das Konzert am Freitagabend stimmte das Publikum darauf ein, denn es spielte die Gruppe Bayerock. Die Zuschauer genossen die Musik, einige schwangen sogar das Tanzbein. Gut zu sehen war, dass die Produktion auch ganz kleinen Kindern Spaß machte. Begeistert waren auch die Gäste aus Wernau. Zum Festival waren nämlich Elisabeth Stierand, Leiterin der Stadtbücherei, und Marion Schmid, stellvertretende Hauptamtsleiterin der Partnerstadt eingeladen.

Am Samstagnachmittag war der Erfolg vorprogrammiert, als die kleinen Tänzer von Kränzlein auf die Bühne traten und auf den Nachmittag einstimmten. Die Reihe der Buchpräsentationen begann mit den Gästen aus der Partnerstadt: Wernauer Kindheits- und Jugenderinnerungen lautet der Titel des Bandes. Im Buch erschienen Zurückerinnerungen von Wernauern in Wernau. Sowohl Erwachsene, als auch Kinder konnten ihre Gedanken niederschreiben. Wichtig war, dass Wernauer ihre Erinnerungen aus Kindheit und Jugend festhielten. Mit Hilfe von alten Photos wird veranschaulicht, wie die Stadt zu jener Zeit aussah. Der Band umfasst 42 Geschichten von 31 Autoren und ist 94 Seiten stark.

Die Reihe setzte Anna Antal Dobosy, Autorin des Buches Fachwerk auf dem Gebiet der Schwäbischen Türkei fort, die über das Buch sprach, und auf Tableaus auch die kleine Wanderausstellung mit sich brachte. Praktisch für das Buchfest wurde das Werk über die Geschichte des Bonnharder Krankenhauses von György Steib fertig. Es wurde bei großem Interesse mit Erfolg vorgestellt. Das Publikum konnte sich auch mit dem in Deutschland lebenden ungarndeutschen Dichter und Schriftsteller Béla Bayer treffen, der zweisprachig aus seinen Werken las.

Die Wernauer Gäste hatten darüber hinaus auch noch die Möglichkeit, unsere Stadt und ihre Umgebung etwas näher kennen zu lernen. Sie machten eine Stippvisite in Persching, Majesch und Kleinmanok. Auf dem Weg zum Flughafen reichte die Zeit sogar für eine kurze Stadtrundfahrt in Budapest.

Buchpräsentation: „Hazatértek“

Buchpräsentation: „Hazatértek“

Ágnes Tóth:
HAZATÉRTEK

A németországi kitelepítésből visszatért magyarországi németek megpróbáltatásainak emlékezete.

HEIMGEKEHRT
Erinnerungen der aus Deutschland zurückgekehrten vertriebenen Ungarndeutschen. (in ungarischer Sprache, erschienen 2008)

Ende 2008 erschien das Buch „Hazatértek“ (Heimgekehrt) der Historikerin Ágnes Tóth vom Institut für Minderheitenforschung bei der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA). Es behandelt das Schicksal jener Ungarndeutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland vertrieben wurden, aber danach illegal nach Ungarn zurückkehrten.

Das umfangreiche Buch mit zahlreichen Interviews mit Betroffenen befasst sich mit einem eigenartigen Kapitel der Zwangsmigration in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, d. h. der vertriebenen Ungarndeutschen, die nach einem kürzeren oder längeren Aufenthalt in Deutschland meistens illegal nach Ungarn zurückkehrten. Die Autorin sucht die Antwort auf Fragen wie z. B. Wie reagierte die Staatsmacht auf die Rückkehr der betroffenen Ungarndeutschen? Wie empfing sie die ungarische Gesellschaft? Warum kehrten sie eigentlich zurück?

Die Staatsmacht versuchte, die Zurückgekehrten wieder nach Deutschland zu schicken, organisierte Razzien, um diese Personen zu finden. Die Gesellschaft war laut Erinnerungen eher verständnisvoll ihnen gegenüber.

Diese „Schwaben“ kehrten nach Ungarn zurück, weil sie dieses Land als ihre Heimat betrachteten. Wahrscheinlich handelt es sich um ungefähr 2000 Menschen, die seinerzeit zurückgekehrt sind, doch niemand kann diese Zahl bestätigen.

Das Thema beschäftigt die Historikerin schon seit der ersten Hälfte der 90-er Jahre. Da es zu dieser Problematik in Archiven nur wenig Material gibt, benötigt der Forscher die persönlichen Erinnerungen. Den Grund dieses Werkes bilden die Interviews mit den Menschen, die die behandelten Ereignisse miterlebt haben, die zurückgekehrt („zurückgeflüchtet“) sind. Viele dieser Interviews sind im Werk auch zu lesen.

Das Buch besteht in großen Zügen aus einer historischen Zusammenfassung, aus Analysen, Interviews und einem Anhang am Ende. Mit diesem Band, in dem der ganze historische Hintergrund beleuchtet ist, möchte man, so die Historikerin, breiteren Schichten der ungarischen Gesellschaft näher kommen, um Informationen zu vermitteln, damit diese in unser aller Geschichte mit eingebaut werden können.

Die Landschaft schläft ein Erste Anthologie junger Dichter des Talbodens

Mitte November wurde in der Imre Solymár Bibliothek der Band A táj elalszik - Fiatal Völgységi Költők Első Antológiája präsentiert. Die Initiative für junge Autoren der drei Mittelschulen kam von der Mór Perczel Ökonomischen Fachmittelschule.

Die Pädagogen machten die Erfahrung, dass Jugendliche oft nicht den Mut haben, ihre ersten literarischen Versuche zu zeigen, oder diese zu veröffentlichen. Die Organisatoren schufen nun ein Forum für die schreibende Jugend der Völgyég.

Bewerben konnte man sich mit je drei Texten; Gattung und Thema standen zur freien Wahl. Das Ergebnis: Eine Anthologie mit 76 Werken von 35 Autoren. Form und Thematik der Texte zeigen eine erfreuliche Vielfalt. Neben Gedichten sind Kurzgeschichten, Märchen und sogar Romanauszüge zu lesen. Die Anthologie stand auch vor fremdsprachigen Texten offen: obwohl man in erster Linie an Minderheitensprachen der Tolnau dachte, trafen als Überraschung zwei ausgezeichnete englische Novellen ein. Die Illustrationen, ausgewählt von Lehrerin Gyöngyi Fekete, stammen von Mittelschülern der Bonnharder Bildungsinstitutionen. Eine Fachjury (Mitglieder: Bibliothekarin Éva Bali, die Lehrerinnen Csilla Bechtel-Fekete und Anikó Jakab, Bibliothekar József Gacsályi und Lehrer Helmut Herman Bechtel) wertete die Bewerbungen aus.

Zur Buchpräsentation kam es im Rahmen der Schülertage der Mór Perczel Fachmittelschule. Diese knüpfen traditionell an den Geburtstag von General Mór Perczel. Die Schüler lasen in der Bibliothek vor würdiger Kulisse Texte aus der Anthologie. Nach den Festreden erhielten alle Teilnehmer, dank der Unterstützer, einen Stapel wertvoller Geschenkbücher. Die Jury verlieh weiterhin acht Sonderpreise. Die Preisträger sind: Márton Tornóczky und Zsófia Eszter Tóth – Sándor Petőfi Evangelisches Gymnasium, János Horváth - Mór Jókai Fachschule, Beatrix Bandl, Barbara Bencze, Csaba Dudás Kiss und Viktor Farkas - Mór Perczel Ökonomische Fachmittelschule. Die Preise wurden von Ágnes Kult (Direktorin der Bibliothek) und Csaba Kocsis (Direktor der Mór Perczel Fachmittelschule) überreicht.

Der Titel der Anthologie A táj elalszik stammt aus dem zauberhaften Gedicht Szeptember vége (Ende September) von Beatrix Bandl. Er symbolisiert die Einbettung des Bandes in die literarischen Traditionen und in die multiethnische Kultur unserer Region.

Helmut Herman Bechtel

Wer weiß mehr - zum zweiten Mal in Deutsch

Die Mitarbeiter der Städtischen Bibliothek Imre Solymár wussten nicht aus, noch ein, als sich herausstellte, dass sich zum 2. Wettbewerb „Wer weiß mehr“ aus den drei Grundschulen insgesamt rund 200 Kinder gemeldet hatten. Riesig! Man konnte sich mit beliebiger Gattung, einzeln oder in Gruppen beteiligen. Von den elegant gekleideten Kindern bereiteten sich viele mit Gedichten, Liedern vor. Andere erschienen aber in Kostümen, denn man konnte ja auch Szenen vortragen. Es gab sogar auch eine Puppentheateraufführung.

Die drei Juroren, Theresia Rónai, Hilda Markovics und Szilvia Szőcs, hatten es überhaupt nicht leicht. Schließlich brachten sie folgende Entscheidung:

Einzel:
1. Kristóf Bíró (Vörösmarty)
2. Zsanett Krizsán (Vörösmarty)
3. Ákos Kaufmann (Arany)

Gruppen:
1. Vörösmarty 3/B
1. Vörösmarty 2/B
2. Széchenyi 3/G

Sonderpreis: Arany 1/D
Urkunde: Vörösmarty 3/C

Als Preise wurden deutschsprachige Bücher, Übungshefte, Lexika verteilt, zu deren Finanzierung auch die Deutsche Selbstverwaltung beigetragen hatte.

Nóra Matisz und Éva Glöckner

Deutschsprachiger Wettbewerb in der Bibliothek (Ki mit tud, 2007)

Vor Weihnachten war die Bibliothek Imre Solymár voller aufgeregter Kinder, die auf ihren Auftritt warteten. Einige bereiteten sich mit Gedichten vor, andere sangen in ihren schönen Trachten deutsche Volkslieder, wieder andere trugen mit Puppen ein Weihnachtsspiel vor. In der Bibliothek wurde nämlich ein Wettbewerb für Deutsch lernende Kinder veranstaltet, für den sich vor allem die Schüler der Vörösmarty Schule interessierten.
Es meldeten sich so viele Kinder, dass man sie sogar in zwei Kategorien teilen musste, Erst- und Zweitklässler sowie Dritt- und Viertklässler. Die nette dreiköpfige Jury musste sich gründlich den Kopf zerbrechen, welches Urteil sie fällen soll, denn eine Produktion war besser als die andere. Schließlich entstand folgende Reihenfolge:

1. und 2. Klasse:
1. Mónika Mohai (2. Klasse)
2. Ferdinánd Szabó (1. Klasse)
3. András Váncsa (1. Klasse)
3. und 4. Klasse
1. Soma Kerekes (3. Klasse)
2. Kristóf Bíró (3. Klasse)
3. gemeinsame Produktion der Klasse 4/A

Es wurden auch Sonderpreise vergeben, diese gingen an Kitti Magyari, Zsanett Krizsán und Olivér Vendég, die zusammen ein sehr langes und schweres Gedicht sagten.
Sowohl das Publikum, als auch die Schüler beteiligten sich begeistert am Ereignis, denn hier konnten sie zum ersten Mal unter Beweis stellen, was sie in Deutsch gelernt haben.
Für die Organisierung des Wettbewerbs hat die Bibliothek einen Geldbetrag bei einer Ausschreibung der Deutschen Selbstverwaltung gewonnen.
Wir hoffen, dass die Begeisterung der kleinen Kinder auch die Begeisterung der Mitarbeiter der Bibliothek aufrecht erhalten und dass aus dieser netten Veranstaltung eine Tradition wird.

Márta Steib, É.G

Völgység Buchfestival - 2007

In diesem Jahr wurde das Völgység Buchfestival (15.-17. Juni) bereits zum 7. Mal veranstaltet. Besonderer Akzent lag diesmal auf lokalen Publikationen, den Anlass boten die Jubiläen: 30 Jahre Stadt Bonyhád/Bonnhard, 20 Jahre Völgység Museum. Die Schüler vom János-Lotz-Kreis des Evangelischen Gymnasiums Sándor Petőfi präsentierten ihren eigenen Film, bekannte Sprachwissenschaftler sprachen anerkennend darüber. Dank u.a. den Autoren wie Dr. László Kolta, Dr. Péter László, Dr. Zoltán Szőts wurden auch Abschnitte unserer deutschen Geschichte heraufbeschwört.
Weitere Buchpräsentationen, Referate und Vorträge rundeten das zweitägige Programm ab. Auch an die Kleinsten dachte man, für sie wurden Handwerkerbeschäftigungen organisiert, Märchen erzählt und Wettbewerbe veranstaltet.

„Bibliothek des Jahres“ (2005)

Die Komitatszeitung Tolnai Népújság schrieb über uns:
Bibliothek des Jahres in Ungarn: Städtische Bibliothek Imre Solymár in Bonyhád

Höchste Anerkennung an die Einrichtung der Region Völgység
Das Ministerium für Nationales Kulturerbe verlieh der Städtischen Bibliothek Imre Solymár in Bonyhád/Bonnhard die Auszeichnung „Bibliothek des Jahres“ (2005). Die Bücherei hat an sechs Tagen der Woche geöffnet. Es kommt sogar mehrmals vor, dass abends um 8 Uhr noch das Licht brennt. Die Bibliothekarinnen bieten dem interessierten Publikum eine ganze Reihe von Programmen an. Direktorin Mária Antal summierte und ordnete die Tätigkeit der Einrichtung und schickte ihre Bewerbung ans Ministerium für Nationales Kulturerbe. Die Entscheidungskommission sprach aufgrund des Programms die Anerkennung Bibliothek des Jahres der Bonnharder Bücherei zu. Bei der Übergabe der Auszeichnung nannte Erika Koncz, stellvertretende Staatssekretärin im Ministerium für Nationales Kulturerbe, die fachliche Kompetenz als Grund für die Entscheidung. Die Politikerin hob die moderne Informatik, den Ausbau des elektronischen Informationssystems, die Weiterbildung der Mitarbeiter, Branchenforen und die Erweiterung des Bücherbestandes nach Bedarf, die Buchpräsentationen und sonstige Rahmenprogramme hervor. Direktorin Mária Antal erklärte, eine Bücherei sei durch die Bibliothekarinnen gut. In der Imre Solymár Bibliothek würden Fachkräfte arbeiten, die nicht nur aus Existenzgründen, sondern aus Berufung hier tätig sind. Die Anerkennung gelte also in erster Linie den Mitarbeitern, die innerhalb von einigen Jahren eine geistig-kulturelle Werkstatt sowohl für Besucher als auch für Branche ausbauten. Zu den wohl bewährten und bereits traditionellen Veranstaltungen zähle das Buchfest Völgység, die Beschäftigungen für Kleinbibliotheken der Region sowie die Programme für Kinder.

„Es ist uns eine Ehre, dass wir die Auszeichnung Bibliothek des Jahres erhielten. Ob wir sie auch wirklich verdienten müssen wir auch mit unserer weiteren Tätigkeit unter Beweis stellen“, meinte Direktorin Mária Antal.

(Ágnes Pál)